UniTanks

UniTank an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt

13. & 14. Dezember 2023

Im Dezember 2023 fand in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) der MoveTank statt, der das Ziel verfolgte, Unterrichtseinheiten zu entwickeln, die einen inklusiven, „mixed-abled“ Tanzunterricht ermöglichen. Dieser MoveTank war ein weiterer Schritt, um die Hochschulen für Tanzstudierende mit und ohne Behinderung zu öffnen und die Zugänglichkeit zu Tanzmethoden weiter zu erforschen.

Am zweitägigen Workshop nahmen neben drei Dozierenden der HfMDK auch vier Studierende und drei Tänzer:innen von UNIque@dance teil. Die ausgewählten Tänzer:innen waren ehemalige M.A.D.E.-Teilnehmende, die ihre Erfahrungen und Perspektiven einbrachten.

Im Fokus des MoveTanks standen die Themen:

  • Pilates
  • Yoga
  • Gyrokinesis

Unter Anleitung erfahrener Dozierender wurden diese Methoden hinsichtlich ihrer Inklusion und Zugänglichkeit für Tänzer:innen mit unterschiedlichen Körperlichkeiten erarbeitet. Die Teilnehmenden tauschten sich intensiv darüber aus, wie diese Unterrichtseinheiten in die Praxis umgesetzt werden können, um zukünftige Studierende – unabhängig von ihren physischen Fähigkeiten – zu fördern.

Der MoveTank an der HfMDK war ein wertvoller Schritt, um die inklusiven Lehrmethoden zu vertiefen und weiterzuentwickeln. Er trug dazu bei, das langfristige Ziel zu konkretisieren: ein inklusives und „mixed-abled“ Unterrichtskonzept für Tanzstudierende an Hochschulen zu etablieren.

Zusammenarbeit zwischen UNIque@dance und der Folkwang Universität der Künste

Januar & Juli 2023 | Folkwang Universität der Künste, Campus Essen-Werden

Im Januar 2023 begann die Zusammenarbeit zwischen UNIque@dance und der Folkwang Universität der Künste mit einem ersten Treffen, bei dem die Ziele des Projekts vorgestellt und praxisorientierte Formate zur inklusiven Tanzpädagogik diskutiert wurden. Diese erste Begegnung bildete den Auftakt für eine spannende und tiefgehende Kooperation, die im Juli 2023 mit einem zweitägigen gemeinsamen Labor (UniTank) fortgesetzt wurde.

Ziel dieses Labors war es, im institutionellen Rahmen der Hochschule zu erörtern, wie der Tanzunterricht für Tänzer:innen mit und ohne Behinderung erweitert und inklusiver gestaltet werden kann. Um bestehende Lehrmethoden besser zu verstehen und weiterzuentwickeln, hospitierten die Teammitglieder von UNIque@dance in diversen tanztechnischen Lehrformaten an der Folkwang Universität. Diese praxisorientierte Zusammenarbeit ist ein entscheidender Schritt in der Weiterentwicklung inklusiver Tanzpädagogik.

Die Kooperation basiert auf einer mehrjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Zeitgenössischen Tanz (IZT) der Folkwang Universität der Künste und dem Mixed-Abled Dance Education (M.A.D.E.) Programm der DIN A 13 tanzcompany. Dieses brückenbildende Programm zielt darauf ab, Tänzer:innen mit und ohne Behinderung gemeinsam auszubilden und neue Perspektiven in der Tanzvermittlung zu eröffnen.

Von März 2020 bis September 2023 fanden jährlich im Wintersemester M.A.D.E.-Ausbildungsmodule an der Folkwang Universität statt. Dies ermöglichte es auch den Studierenden des Bachelorstudiengangs Tanz, erstmals Kenntnisse im mixed-abled Tanz zu erwerben und intensiv mit Tänzer:innen aus dem M.A.D.E.-Programm zusammenzuarbeiten. Der Austausch zwischen den Studierenden und den an M.A.D.E. teilnehmenden Tänzer:innen förderte nicht nur die inklusive Tanzpraxis, sondern auch das gegenseitige Verständnis und die Sensibilität für die Bedürfnisse von Tänzer:innen mit Behinderung.

Bereits zu Beginn des M.A.D.E.-Programms wurden Gespräche geführt, wie die Folkwang Universität der Künste ihre Türen für Tänzer:innen mit Behinderung öffnen kann. Diese Gespräche wurden insbesondere mit Stephan Brinkmann, dem Leiter des IZT, sowie Henrietta Horn-Steinmann und Jens Weber geführt, die ebenfalls maßgeblich zur Zusammenarbeit beigetragen haben.

Ein nächster Schritt in dieser Zusammenarbeit ist die Evaluation einer Gaststudentin mit Behinderung im Ballettunterricht des Studienjahres WS 2023/24 und SoSe 2024. Diese Evaluation wurde im Juli 2024 von UNIque@dance gemeinsam mit den Studierenden, Lehrenden des Studiengangs BA Tanz sowie der Leitung des IZT durchgeführt. Ziel dieser Untersuchung war es, zu ermitteln, wie die Teilnahme von Tänzer:innen mit Behinderung im regulären Tanzunterricht weiter gefördert werden kann und welche Maßnahmen notwendig sind, um die inklusive Praxis nachhaltig in die Hochschulausbildung zu integrieren.

Die Zusammenarbeit mit der Folkwang Universität der Künste stellt einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung inklusiver Tanzpädagogik dar, und UNIque@dance freut sich auf die fortlaufende Zusammenarbeit mit dieser renommierten Institution, um die Vision einer inklusiven Tanzwelt weiter voranzutreiben.

Gasthörer:innenschaften am ZZT / Hochschule für Musik & Tanz

16. – 23. Dezember 2022
23. – 27. Januar 2023
30. Januar – 3. Februar 2023

Im Winter 2022 und Frühjahr 2023 gingen UNIque@dance und das Zentrum für Zeitgenössischen Tanz (ZZT) der Hochschule für Musik & Tanz Köln einen spannenden Schritt in Richtung einer inklusiveren Tanzausbildung. Gemeinsam wurde ein Pilotprojekt für Gasthörer:innenschaften ins Leben gerufen, um Wege zu finden, den Tanzstudiengang für Studierende mit nicht normatisierbaren Körperlichkeiten zu öffnen.

Zwischen November 2022 und Anfang Februar 2023 fanden in insgesamt vier Phasen Gasthörerschaften statt, in denen Studierende mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen an regulären Unterrichtseinheiten teilnahmen. Der Unterricht wurde von Emanuele Soavi im Bereich Ballett und Nina Hänel im Bereich Zeitgenössischer Tanz geleitet.

Das Ziel dieses Projekts war es, konkrete Erfahrungen zu sammeln, welche Herausforderungen und Chancen mit der Teilnahme von Tänzer:innen mit nicht normatisierbaren Körperlichkeiten in einem regulären Tanzstudium verbunden sind. Am Ende jeder Gasthörerschaftsperiode setzten sich die Beteiligten zu einer gemeinsamen Reflexion zusammen, um zu besprechen:

Was ist gut gelaufen?
Welche Herausforderungen gab es?
Wie können diese Erfahrungen dazu beitragen, den Tanzstudiengang langfristig für Studierende mit unterschiedlichen Körperlichkeiten zu öffnen?

Erfahrungen der Gasthörenden

Die Teilnahme an diesem Projekt stellte für die Gasthörenden eine völlig neue und bereichernde Erfahrung dar.

Eine Gasthörerin teilte ihre Eindrücke:

„Diese zwei Wochen sind für mich eine völlig neue, wundervolle Erfahrung. Ich lasse mich mit meiner gesamten Energie in dieses Projekt fallen, möchte in dieser Zeit alles geben und so viel wie möglich lernen und mitnehmen. Ich bin jeden Abend hundemüde und genieße jede Minute, auch wenn nicht immer alles ganz einfach ist.“

Ein weiteres Zitat einer Gasthörerin beschreibt eine besonders mutige Erfahrung:

„Manche Situationen bezeichne ich auch als wirklich mutig, zum Beispiel war die Vorgabe, mit einem vorgegebenen Bewegungsablauf allein quer durch den Raum zu tanzen. Dies mit dem Rollstuhl zu tun, mit dem Wissen, es kann nie so aussehen, wie bei den anderen, erfordert schon etwas Überwindung. Ich habe es gemacht und es hat gutgetan! Ich habe entschieden, hier wirklich alles mitzumachen.“

Die Gasthörerschaften erwiesen sich als nicht nur herausfordernd, sondern auch als intensiv und bereichernd:

„Ich habe noch nie in so kurzer Zeit so viel gelernt wie in diesen zwei Wochen. Es war anstrengend und wundervoll und einzigartig.“

Reflexion und Ausblick

Die Gasthörerschaften boten wertvolle Einblicke in die konkreten Bedürfnisse und Herausforderungen von Tänzer:innen mit nicht normatisierbaren Körperlichkeiten im Hochschulbereich.

Sie trugen maßgeblich dazu bei, zu verstehen, wie inklusive Tanzbildung weiterentwickelt und langfristig in den Studiengang integriert werden kann.

Fazit

Das Projekt zeigte, dass der Tanzstudiengang durch solche inklusiven Angebote nicht nur bereichert wird, sondern dass der Austausch und das Lernen auf allen Seiten gestärkt wird. Es war ein wichtiger Schritt hin zu einer inklusiveren und offeneren Ausbildung im Tanzbereich.